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Nachbericht zur Veranstaltung „Cybercrime & Wirtschaftsspionage“ am 19. Juni

Prävention und „Awareness“: Auf die richtige Kombination kommt es an

Nicht erst seit der jüngsten „Wanna Cry“-Cyberattacke ist den meisten Unternehmern und Unternehmen klar: Die Digitalisierung bietet nicht nur unternehmerische Chancen, sondern birgt auch erhebliche Risiken. Vor dem Hintergrund lud die Römermann Rechtsanwälte AG – in Zusammenarbeit mit der AG IT des Pro Hannover Region e.V. und den Deutschen MittelstandsMaklern – am Montag, den 19. Juni 2017, zur Veranstaltung „Cybercrime & Wirtschaftsspionage – Präventions- und Reaktionsmöglichkeiten für Unternehmen“. Dieser Einladung folgten – trotz der Hitze an diesem Sommertag – zahlreiche Teilnehmer, vor allem Geschäftsführer und leitende Mitarbeiter von Unternehmen aus der Region Hannover.

Die Anwesenden wurden zunächst von Rechtsanwalt Dr. Philip von der Meden von der Römermann Rechtsanwälte AG willkommen geheißen, der kurz die Beteiligten vorstellte und dann – zur Einführung in die Thematik – an seinen Kollegen Rechtsanwalt David-Alexander Busch übergab. Dieser nahm die Zuhörer mit auf einen einführenden Parforceritt durch die mannigfaltigen Erscheinungsformen und Hintergründe von Cybercrime und Wirtschaftsspionage.

Etwa 50 Unternehmer fanden sich an dem Montagabend im Veranstaltungsraum „180grad“ ein, um mehr über Präventions- und Reaktionsmöglichkeiten zu erfahren und die Ansprechpartner von Landeskriminalamt und Verfassungsschutz kennenzulernen.

Nach seiner Einführung in die Thematik übergab Herr Busch den Stab an die drei externen Experten, die für die Hauptvorträge an diesem Abend verantwortlich zeichneten. Der erste Redner war Herr Christian Pursche von der Zentralen Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) des niedersächsischen Landeskriminalamts. Herr Pursche berichtete aus seinem reichen beruflichen Erfahrungsschatz zu Cyber-Verbrechen durch nichtstaatliche Akteure, also Kriminelle. Hier hat sich in den letzten Jahren eine florierende kriminelle Branche herausgebildet, die u.a. auch im Darknet agiert. Es war Herrn Pursche ein besonderes Anliegen, ein Bewusstsein für die Bedrohungslage zu schaffen und für die Aufklärung und Schulung der Mitarbeiter von Unternehmen zu werben.

Auf Herrn Pursche folgte Jörg Peine-Paulsen vom Bereich Wirtschaftsschutz des niedersächsischen Verfassungsschutzes. Sein Vortrag befasste sich – entsprechend der Aufgabenstellung seiner Behörde in diesem Bereich – mit der Bedrohung deutscher Hightech-Unternehmen durch staatliche Industriespionage. Herr Peine-Paulsen führte den gebannt lauschenden Teilnehmern eindrucksvoll vor Augen, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland hauptsächlich von seinem Know-How lebt und abhängig ist und warum es dieses unbedingt vor fremden Mächten zu schützen gilt.

Schlussredner war Carsten Wehland, seines Zeichens Cyberbeauftragter der AXA Konzern AG. Sein Vortrag stellte die einschlägigen Cyberrisiken und deren Dimensionen dar und schlug so einen Bogen zu den Beiträgen seiner Vorredner. Der besondere Fokus von Herrn Wehland lag auf der Frage, ob und inwieweit solche Risiken durch Cyberversicherungen abgedeckt werden können. Hierzu verschaffte der Redner den Zuhörern einen sehr griffigen und praxisorientierten Überblick.

Durch die gesamte Veranstaltung zog sich wie ein roter Faden die hohe Bedeutung von Awareness in diesem Bereich. Alle Redner veranschaulichten sehr plastisch, wie wichtig es ist, ein Bewusstsein für die Bedrohungen bei den Mitarbeitern der betroffenen Unternehmen zu erzeugen. Der beste technische Schutz hilft wenig, wenn ein Mitarbeiter aus Unwissenheit den Angreifern Tür und Tor öffnet.

Autor
  • Peter-Jan Solka
    Peter-Jan Solka ist Promotionsstudent an der Bucerius Law School und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Standort der Römermann Rechtsanwälte AG.
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