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Business-Night nach der PechaKucha-Methode

Bewusst oder unbewusst, das ist hier die Frage

Unter idealen Bedingungen ging die mittlerweile 28. Business Night nach der Pechakucha-Methode letzte Woche an den Start: Ein wundervoller Spätsommertag traf auf das gewohnt wissbegierige Publikum und ein vielversprechendes Rednerprogramm. Thematisch war vom digitalen Hannover über die Wissenschaft vom Waschen und das Expo-Feeling bis zu Neuro-Marketing und Europa-Politik alles dabei.

Nach der kurzen Einführung durch Moderator Volker Römermann übernahm Gil Koebberling, 1. Vorsitzende des Exposeeum e.V., den Auftakt. Erst bei der vorletzten Business Night war sie für die spontane PechaKucha-Karaoke zum Thema „Wenn ich an die GroKo denke …“ ausgewählt worden und hatte das Publikum unglaublich humorvoll unterhalten. Für ihren – diesmal aber gut vorbereiteten – Vortrag über das „EXPO-Feeling“ hatte sie eine Zeitreise von der ersten Weltausstellung 1851 in London über die Expo 2000 bis zu ihrer Vision 2030 („die Expo im Jahr 2030 wieder nach Hannover holen“) im Gepäck. Sie gab damit spannende Einblicke in die Expo-Geschichte und machte Lust auf einen baldigen Besuch im Exposeeum an der Expo-Plaza.

Begrüßung, Pecha Kucha von Gil Koebberling

Danach wechselte der Fokus von der Weltbühne auf die Bühne Europas, denn mit Michael Rüter, Staatssekretär a.D., stand nun ein Redner auf dem Programm, der jüngst zum Leiter der Wahlkampagne der SPD zur Europawahl 2019 bestimmt worden war. Er nutzte die Möglichkeit im Rahmen einer PechaKucha Extended in doppelter Länge ein breites Bild der Chancen und Herausforderungen europäischer Politik zu zeichnen. Wenn man diese mal so kompakt vor Augen geführt bekommt, wird einem unweigerlich klar, warum er für die SPD-Kampagne das Ziel „Europa in einer Zeit weltweiter Umbrüche als Gestaltungsmacht zu stärken“ ausgerufen hat. Für die schwierige Aufgabe ist er – auch dank seiner umfassenden Kampagnenerfahrung – offensichtlich bestens gewappnet.

PechaKucha Extended von Michael Rüter

Nun war es Zeit für eine kleine musikalische Pause, die – u.a. mit Jazz-Standards wie „Fly me to the moon“ – von der Sopranistin Lauren Welliehausen und Pianist Lars Karrasch gefüllt wurde. Karrasch wechselte dabei gelegentlich auch vom Klavier ans Akkordeon und stieg bei Duetten gesanglich mit ein. 

Sopranistin Lauren Welliehausen

Weiter ging es dann mit einer klassischen PechaKucha von Gesa Lischka, Geschäftsführerin der Agentur „Kochstraße“. Ihr gelang es, das Publikum schnell abzuholen und in die Welt des Neuromarketing zu entführen, mit dem sie sich seit vielen Jahren mit viel Enthusiasmus beschäftigt. So sprach sie von dem „Trugschluß, dass der Mensch rational funktioniert“ und stellte klar, dass wir den Großteil unser Kaufentscheidungen unbewusst treffen. Für die Gäste hatte sie dazu drei „Neuro-Insights to go“ mit im Gepäck, die – wie ihre gesamte Präsentation – mit kleinen animierten GIFs gespickt war. Mit diesen Animationen, die als Sticker in Stories bei Instagram sehr beliebt sind, hat es ihre Agentur übrigens kürzlich zum reichweitenstärksten deutschen Brand-Channel auf Kochstraße-Channel auf Giphy gebracht. Wie immer ist also Hannover vorne mit dabei ;o)

Gesa Lischka von der Agentur Kochstraße

Damit das auch so bleibt, ist Hannover Impuls, die gemeinsame Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt und Region Hannover sehr aktiv. Sehr deutlich wird das Engagement zum Beispiel durch das Projektbüro „Digitales Hannover“, das an diesem Abend von den Leitern Katharina Nörthemann und Kai Schirmeyer sehr sympathisch vorgestellt wurde. Das Büro hat nicht nur die Aufgabe die Branchenvernetzung, die Digitalisierung und die digitale Wirtschaft am Standort Hannover zu fördern, sondern geht ganz gezielt über Aktivitäten – wie beispielsweise den IDN-Blvd. beim Maschseefest oder die Präsenz auf der Cebit – auf die Unternehmen und Interessierten in Hannover zu, um ihrem Ziel eines „digital liebenswerten Hannovers“ näherzukommen. Es wurde sehr deutlich: Jeder, der sich an dem Projekt beteiligen möchte ist herzlich und jederzeit zur Mitarbeit willkommen. Definitiv ein tolles Projekt mit großer Bedeutung, dass es sich zu unterstützen lohnt.

Digital liebenswertes Hannover

Danach ging es erstmal in die Pause, womit es die Gelegenheit gab die bisherigen Vorträge ein wenig sacken zu lassen und in lockerer Atmosphäre zu netzwerken. Das Team des Face Restaurant hatte in der Zwischenzeit in den beiden oberen Bereichen das Buffet aufgebaut. Die meisten Gäste nutzten aber in der Tat den Außenbereich, um den Spätsommerabend noch ein wenig zu genießen.

Pause mit Buffet im Face Restaurant & Club

Nach der Pause ging es mit dem letzten „offiziellen“ Vortrag weiter. Mit Prof. Dr. Sascha Skorupka trat nun ein Redner an, der durch seinen Gewinn im September 2011 bereits Mitglied der Hall of Fame der Business Night ist. Der Professor für Physik und Technik an der Hochschule Fulda widmete sich in seinem Vortrag der Wissenschaft vom Reinigen und Waschen und stellte die spannende Frage „Woher weiß die Seife, was der Schmutz ist?“. War die erste Frage, woran man Schmutz erkennt („Man sieht’s. Man riecht’s. Man fühlt’s.“) noch recht simpel, wurden die Gäste rhetorisch sehr geschickt auch an kompliziertere Themen wie Kohäsion und Adhäsion herangeführt. Der Vortrag endete mit dem Sinnerschen Kreis, der das Reinigungsergebnis durch die Summe der Einflussfaktoren Chemie, Zeit, Mechanik und Temperatur bestimmt. Man merkte sofort, dass das Publikum bei dem Thema sichtlich Feuer gefangen und zahlreiche Fragen für die PechaKucha Q&A auf Lager hatte, die Prof. Skorupka – waren sie auch noch so ausgefallen – beantworten konnte. Dies verleitete Moderator Volker Römermann im wahrsten Sinne des Wortes dazu, mit der Aussage „Der Moderator entscheidet, wann fünf Minuten um sind“ Fünfe gerade sein zu lassen.

Prof. Dr. Sascha Skorupka von der Hochschule Fulda

Nun kam es auch schon zur Stimmvergabe zur Wahl des besten Redners bzw. der besten Rednerin des Abends, der/die damit als neues Mitglied in die Hall of Fame der Business Night einziehen wird. Beim letzten Mal hatten ja gleich drei Redner punktgleich gewonnen.

Danach folgte direkt eine weitere musikalische Einlage von Lauren Welliehausen, die nach ihrer gesanglichen Ausbildung am Boston Conservatory in New York und an der amerikanischen Ostküste performte, bevor sie 2008 nach Deutschland zog. Gefolgt wurde die Darbietung von der beliebten Pecha Kucha Karaoke zum Thema „Ungeklärte Fragen der Menschheit“, die die zuvor spontan ausgeloste Asmahan El Zein von World of Orient auf die Bühne brachte.

Stimmvergabe und Pecha Kucha Karaoke

Nun stand auch schon der Höhepunkt des Abends an: Das Ergebnis der Publikumsabstimmung wurde von Volker Römermann verkündet. Ein letzter Blick auf den umgedrehten Bilderrahmen mit der Siegerurkunde und dann wurde die Gewinnerin des kurzweiligen PechaKucha-Abends gekürt: Gesa Lischka von der Agentur „Kochstraße“ hatte mit ihrem Vortrag zum Neuromarketing die meisten Gäste überzeugt und zog damit in die Hall of Fame der Business Night ein. Viele Besucher ließen den Abend dann noch entspannt auf der Terrasse des Face ausklingen. Weiter geht es mit der nächsten Business Night am 26. November 2018.

Abschluss der Business Night

Hier noch direkt der Gewinner-Vortrag von Gesa Lischka „Neuromarketing: Das Denken lenken“:



Weitere Vorträge des Abends finden Sie bereits auf unserem YouTube-Kanal.

Fotos: Photographie Sabina Przybyla
Autor
  • Kolja Schwab
    Kolja Schwab ist als Kommunikationsleiter Teil des Social Media-Teams der Römermann Rechtsanwälte AG. Neben der klassischen Kommunikationsarbeit kümmert er sich so darum, dass die Rechtsthemen, die uns hier gerade bewegen und die zahlreichen Aktivitäten in und um die Kanzlei ihren Weg ins Social Web finden.
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