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Delegationsreise unter Leitung von Ministerpräsident Stephan Weil

Impressionen aus Kanada

Kanada ist ein praktisches Land, vor allem Vancouver. Zeitverschiebung neun Stunden. Wenn ich um 3 Uhr morgens aufstehe, sind die E-Mails bis zur deutschen Mittagszeit schon eingetroffen und harren auf Antwort. Bis zur Abfahrt des Delegationsbusses bleiben in der Regel fast fünf Stunden, da kann man einiges schaffen und in Deutschland ist es dann auch schon wieder rund um 17 Uhr. Kanada ist ein schönes Land. Man sieht viel Natur, Seen, die Meere, großzügige Parkanlagen. Kanada ist ein gastfreundliches Land. Nur nette, offene, sympathische Menschen sind mir in den Tagen begegnet. Vor allem aber: Kanada ist ein spannendes Land, ein Land, aus dem man zahllose Anregungen mitbringen kann, wenn man nur Augen und Ohren offen hält.

Erster Tag (Sonntag, 30.09.2018): Hannover – Ottawa

Wir starten in Hannover. Die Lufthansa hatte das Flugzeug, das seit Monaten gebucht war, am Abend zuvor gestrichen. Eine unscheinbare SMS am Samstag 19.43 Uhr, Absender Lufthansa: „Ihr Flug LH55 HAJ-FRAU 30Sep 11:25 wurde leider annulliert. Wir mussten Sie leider umbuchen auf Flug LH49 HAJ-FRAU 01Okt 06:30. Zur neuen Bordkarte …“ Umgebucht auf den nächsten Tag? Man muss sich Delegationsreisen als minutiös durchgetaktete Abfolgen von Terminen vorstellen, die von morgens bis spätabends reichen. Einen Tag später zu fliegen, reißt eine unaufholbare Lücke. Die Ansprechpartnerin des TUI-Reisebüros TUI, Evelyn von Finckenstein, eilt am Samstagabend ins Büro, eigentlich ihr freier Tag, und kann für die meisten Mitreisenden den ersten Tag noch retten. Auch die weiteren Organisatoren, Pia-Felicitas Homann von der IHK Hannover, Bettina Boller vom Wirtschaftsministerium, Nicole Ewald-May und Thomas Nickel von der Staatskanzlei leisten Großartiges in diesen Tagen. Am Samstagabend sind alle betroffen, Umplanungen werden erwogen, glücklicherweise kommt das dann aber doch nicht zum Tragen. Warum die eigentlich vorgesehene Lufthansa-Maschine ausfiel und warum es die Lufthansa offenbar wenig kümmert, ob ein Ministerpräsident dadurch wichtige politische Termine verloren hätte (um nur von einem der Betroffenen zu sprechen; auch Wirtschaftstermine können für ein Unternehmen von enormer Tragweite sein), bleibt ein Rätsel. „Technische Gründe“, heißt es, was auch immer das ist.


Ankunft der Delegation unter MP Stephan Weil in Ottawa: Einführung durch Botschafterin Sparwasser
 

Abends in Ottawa, empfangen von Yvonne Denz, Vizepräsidentin der deutsch-kanadischen AHK und diplomatischen Vertretern, nämlich der deutschen Botschafterin Sabine Sparwasser und Dr. Ramin Moschtaghi, First Secretary, Head of Economic Affairs and Science. Yvonne Denz hat an der Universität studiert, an der ich Recht unterrichte: Humboldt-Universität zu Berlin. Und Ramin Moschtaghi ist Völkerrechtler und kann spannende Erlebnisse aus dem Justizaufbau in Afghanistan berichten, erfahre ich später, wenn ich im Bus neben ihm sitze.

Zweiter Tag (Montag, 01.10.2018): Ottawa – Toronto

Der erste Tag beginnt mit einem Höhepunkt: BlackBerry QNX. BlackBerry, da war doch was: Einst im Telekommunikationssektor in seinem Bereich unangefochten, hat die spätere Entwicklung das klassische BlackBerry verdrängt. Umso besser, wenn man in einen völlig anderen, zukunftsgerichteten Bereich investiert. Vor einigen Jahren kaufte BlackBerry die 1980 gegründete Firma QNX hinzu. Dort geht es um autonomes Fahren. Eine Niederlassung befindet sich – neben Tokyo, Shanghai und Seoul – in Hannover. Man ist sehr weit in der Forschung. In Kanada gibt es bereits Zulassungen autonomer Fahrzeuge für öffentliche Straßen. Die Kunden von QNX, nahezu sämtliche namhaften Automobilhersteller, sind oft konservativ eingestellt, risikoavers. Man distanziert sich auch bei QNX von Unternehmen, die forsch voranschreiten wie etwa Tesla. Jeder Unfall mit einem autonomen Fahrzeug führt unweigerlich zu deutlich gestiegenen Überwachungsmaßnahmen des Staates, und das natürlich dann gleich für die gesamte Branche. Bei nüchternem Hinsehen ist das kaum überzeugend, ein Verkehrstoter bei autonomem Fahren führt zu weltweitem Gesetzgebungs-Aktionismus, die gleichzeitigen 100.000 Opfer im „normalen“ Straßenverkehr sind keine Notiz wert. Als Anbieter bedeutet das: Besser keine Risiken eingehen. Besonders beeindruckend: Gordon Bell, einer der QNX-Gründer. Er hat sie alle kennengelernt, die damals genauso in Garagen begannen und durch Unternehmen tingelten, um ihre Ideen vorzustellen, Steve Jobs etwa oder Mark Zuckerberg. Anders als sie hat QNX nie die eigene Marke in den Vordergrund gestellt, verstand sich immer als Dienstleister für Hersteller. 


In Kanada gibt es bereits Zulassungen autonomer Fahrzeuge für öffentliche Straßen. Wir fuhren dennoch ganz klassisch am Supreme Court in Ottawa vorbei.


Ein Delegationsmitglied vertrat die These, auch in Zukunft würden Autos immer durch Menschen gelenkt, aus Sicherheitsgründen. Bei näherer Betrachtung wird aber wohl eher umgekehrt ein Schuh daraus. Menschen sind müde, abgelenkt, verwirrt, langsam in ihrer Reaktion. All das ist der Computer nicht. Man muss ihm nur beibringen, wie er sich verhalten soll, dann wird er das in aller Regel deutlich verlässlicher tun als es Menschen vermöchten. Verkehrsschilder würden praktisch überflüssig, weil der Computer in das Navigationssystem die notwendigen Daten aktuell eingespeist erhielte. Und was, wenn plötzlich ein Mensch auf die Fahrbahn laufe, wie könne das Auto damit adäquat umgehen, fragte ein Teilnehmer. Man könne doch bei Geburt Chipkarten in jedes Lebewesen – nicht nur Katzen und Hunde – einbauen, dann erübrige sich jede Deutung und das Fahrzeug wisse sofort, wer sich nähere, und kenne die relevanten Verhaltensdaten dieser Person, so die Antwort. Das hat Charme, wenn man es technisch sieht, und doch ist schon die Vorstellung für unsere Generation schwer verdaulich.

Mittags eine Gesprächsrunde bei Global Affairs Canada. Andrée Cooligan stellt die wesentlichen Freihandelsabkommen kurz vor: CETA, CPTPP. NAFTA ist tot, es lebe USMCA (United States-Mexico-Canada Agreement)! Ganz Kanada freut sich über das Abkommen, das wenige Tage vor unserem Besuch – allen Unkenrufen zum Trotz – noch geschlossen werden konnte. Von einem Freihandels-Skeptizismus wie in Deutschland, wo zu einem bestimmten Zeitpunkt 80 Millionen Experten im internationalen Schiedswesen über die Nachteile von TTIP sinnierten und dagegen demonstrierten, findet sich hier keine Spur. Kanada lebt vom Handel mit den USA, ist sich dessen bewusst und zieht die Konsequenzen daraus: Jubel über jede Erweiterung möglichen Handels. Nachmittags Besuch der Bayview Yards, einem Gründer-Treffpunkt. Drei Unternehmen stellen sich vor, zwei davon aus dem Bereich Automotive: Raven, EVE und Contextere. Dann Flug nach Toronto.

Dritter Tag (Dienstag, 02.10.2018): Toronto

Hydrogenics ist ein Unternehmen, das sich der Wasserstoffenergie verschrieben hat. Das ist beileibe keine Theorie mehr, sondern gelebte Praxis. In Hamburg gibt es erste Wasserstoff-Tankstellen, in Niedersachsen sind Alstom-Züge unterwegs, die mit Wasserstoff betrieben werden (Jungfernfahrt am 16.09.2018). Das ist sauber und löst manche Probleme, die mit anderen alternativen Energien noch verbunden sind. Eine spannende Präsentation und ein nicht minder spannender Rundgang durch die Werkshallen. Hydrogenics ist sowohl an den Zügen beteiligt als auch beim Bau der Wasserstoff-Tankstellen in Hamburg, und zwar just an einem Ort, an dem Benzin und Diesel wegen der möglichen Umweltgefahren nicht zugelassen wären.

Ministerpräsident Stephan Weil, die Landtagspräsidentin Dr. Gabriele Andretta und die Mitglieder des Landtages Hilgret Eilers (FDP), Jörg Hillmer (CDU), Uwe Santjer (SPD) und Anja Piel (Bündnis 90/Die Grünen) sind parallel zum Wirtschaftsprogramm in Gespräche mit örtlichen Politikern eingebunden. Das führt sie auch in die beeindruckenden Parlamentsgebäude, von denen die Wirtschaftsdelegation im Vorbeifahren ein Apercu erheischen kann. Wenn sich die politische und die Wirtschaftsdelegation vermischen, öffnet sich ein Fenster in die jeweils andere Welt. Das erhöht den Respekt, etwa wenn man plastisch vor Augen geführt bekommt, wo ein Politiker überall und wie präsent sein muss, um „des Volkes“ Stimme einzufangen. 

Mittags eine Konferenz „Business in Canada“ mit hochrangigen Vertretern u.a. von VW, Kühne + Nagel und der AHK Kanada. Am Nachmittag dann eine Besichtigung in Toronto: MaRS. Der Name könnte entweder auf den Planeten hindeuten, erläutert der Präsentator, oder auf die medizinische Forschung und Entwicklung, von der diese Gründungs- und Wachstumsplattform für Unternehmen einmal ausging. An dieser Stelle wurde Insulin entdeckt, nicht die einzige bahnbrechende Forschung, die im MaRS vorgenommen oder vorangetrieben wurde, aber sicher eine der bekanntesten. Auch Stammzellen wurden hier 1961 gefunden. Und der – so MaRS – „godfather of artificial intelligence“, Geoffrey Hinton, arbeitete – wohl wo – hier in Kooperation mit der Universität von Toronto. MaRS ist eine staatlich geförderte Non-Profit-Organisation, die sich immerhin schon zu guten Teilen aus eigenen Projekten finanziert.


MaRS – an diesem Standort wurde Insulin entdeckt und manche bahnbrechende Forschung getan. Danach gab's spektakuläre Ausblicke im CN Tower (Foto rechts).


Das Abendessen nimmt die Gruppe im CN Tower ein und damit im höchsten Restaurant der Welt (351 m Höhe, der Fernsehturm selbst ist 553 m hoch). Den Tag über hatte es geregnet, überall Nebelschwaden, und dennoch erlaubt das Wetter am Ende zuweilen spektakuläre Ausblicke auf das nächtliche Toronto. Wer es wagt, stellt sich anschließend noch auf die Glasplatte, wo man, wenn man hinunter blickt, ein gutes Gefühl von der Höhe bekommt. 

Vierter Tag (Mittwoch, 03.10.2018): Toronto – Vancouver

Der Tag beginnt mit einem Besuch des Smart City-Projekts von Sidewalk Labs: Waterfront Toronto. Was fehlt, ist die Elbphilharmonie, ansonsten erinnert manches an die Hafen-City von Hamburg, nur mit einer deutlich längeren Wasserfront. 800 Hektar Land sollen umgestaltet werden, triste Industriegelände in Parks und Wohnanlagen für Bevölkerungsgruppen jeder Couleur und jeden Geldbeutels verwandelt. Sidewalk Labs ist ein Tochterunternehmen von Alphabet Inc., der Dachorganisation von Google. Die Vorstellung durch den Direktor Michael Nobrega und sein Team fällt etwas blutleer aus und Zweifel daran, wie groß die Quote der Realisierung letztlich sein wird, bleiben.



3.000 km westlich und 5 Flugstunden später: Vancouver. Der Generalkonsul Dr. Schmidt, Jurist seines Zeichens, gibt gemeinsam mit Ministerpräsident Weil einen Empfang zu Ehren des Tages der deutschen Einheit. Die deutsche Delegation durchmischt sich mit anwesenden Gästen aus der Region. Zwei eigens engagierte Opernsänger schmettern die kanadische Nationalhymne, begleitet von mehr oder weniger leise mitsingenden Gästen. Bei der deutschen Nationalhymne reicht die Textsicherheit bis zur Mitte der ersten Strophe, die europäische Hymne wird nicht mehr textlich in Angriff genommen. Kannten die Sänger nicht das Programm, das sie erwartet – respektive das von ihnen erwartet wird? Die Idee jedenfalls war eine schöne, an der Bemühung der Veranstalter mangelte es nicht. Die Edelkorn-Brennerei Rosche aus Haselünne ist gleich in zwei Inhaber-Generationen präsent (Familienunternehmen seit 1703, so etwas kennt Kanada nicht) und versorgt die Gäste, die Alkohol trinken. Da ich dazu nicht zähle, muss ich mich auf Berichte von Kennern verlassen: Die Einladung ist mit Genuß angenommen worden.


Fünfter Tag (Donnerstag, 04.10.2018): Vancouver

Der Tag beginnt bei Powertech Labs, hier werden unter anderem Qualitätstests in den Bereichen Telekommunikation, Transport, Öl und Gas sowie nachhaltige Energien vorgenommen. Das Unternehmen mit mehr als 300 Angestellten wird im Jahre 2019 auch auf der Hannover Messe vertreten sein.


Das Hochspannungslabor von Powertech ist das größte Labor zur Durchführung von Experimenten mit Hochspannung an der Westküste Nordamerikas.
 

Dann: Aspect Biosystems. Das erst 2013 gegründete Unternehmen ist führend auf den Gebieten 3D-Bioprinting und Gewebezüchtung. Es geht um menschliches Gewebe. Klassisch arbeitet die Medizin in Fällen, wo einzelne Organe des Körpers nicht mehr funktionieren, mit Transplantaten. Da die Forschung strengen Restriktionen unterliegt, nur Tiere einsetzen darf, die dort gefundenen Ergebnisse aber nur mit größter Vorsicht übertragbar sind, sind seit vielen Jahren kaum mehr Fortschritte zu verzeichnen. Die ständig gestiegene Nachfrage nach Organen kann nicht einmal ansatzweise befriedigt werden. Gleichzeitig ist Organtransplantation aber auch mit erheblichen Unsicherheiten verknüpft, häufig kommt es zum Abstoßen fremder Organe. Hier setzt Aspect an. Zielsetzung ist es, Gewebeproben der Patienten zu entnehmen, um darauf basierend eigenes Gewebe gerade dieses Menschen so nachwachsen und mittels eines Druckers in die Form gießen zu können, wie man es benötigt. Die Gefahr der Abstoßung wäre gebannt und die Einsatzmöglichkeiten dieser Technik erscheinen schier unendlich. Wann das erste Herz gedruckt werde, wurde gefragt; darauf wollte Konrad Walus, Chief Technology Officer, keine präzise Antwort geben. Man darf davon ausgehen, dass die Idee nicht fern liegt. Menschen drucken und mit künstlicher Intelligenz versehen? Vieles, was noch vor einigen Jahren als pure Science-Fiction ausgelacht worden wäre, erscheint gar nicht mehr so weit entfernt.

Die Politiker haben derweil wieder ihre eigenen Gesprächspartner. Ministerpräsident Weil zeigt sich durchaus inspiriert. Manche Themen glichen denen in Deutschland, die Migrationspolitik etwa. In Kanada gebe es dazu jeweils eine Planung: Welche Qualifikation braucht das Land? Und dann würden neben Asylsuchenden und ein paar Familienangehörigen genau die in das Land hineingelassen, die man benötige. Vor der Einreise ist ein Gesundheitstest bei einem Vertrauensarzt im Herkunftsland unabdingbar. Wenn es nach Stephan Weil ginge, wäre das ein erwägenswertes Modell. Ob er in Berlin jemanden davon überzeugen kann, es mal mit einer Planung zu probieren?


Nachmittags folgt ein Gespräch mit zwei Chiefs der Costal First Nations. Political Correctness gebärt Bezeichnungen, die zunächst unvertraut sind. „Indianer“ ist ebenso in die Kritik geraten wie „Eskimo“. Die Ureinwohner Kanadas, also jene Bevölkerung, die vor etwa 15.000 Jahren vom heutigen Russland aus über Alaska in die Gegend kam (damals noch trockenen Fußes, das Beringmeer war über Land passierbar), bezeichnen sich als „First Nations“, nicht zuletzt aus juristischen Gründen. Ethnische Gruppen können sich nämlich nur auf Minderheitenschutz berufen, Nationen hingegen auf Völkerrecht. Der Rest der Bevölkerung Kanadas (etwa 97 %) muss das offenbar akzeptiert haben, jedenfalls hat sich der Begriff in Kanada durchgesetzt. Patrick Kelly und Dallas Smith repräsentieren mehrere der etwa 203 ethnischen Gruppen, die in allen Teilen Kanadas leben und als First Nations beachtliche finanzielle Unterstützung des Staates erfahren. Man erhoffe sich eine ganz andere Sichtweise zum Thema Bewahrung der Umwelt, hatte Stephan Weil in seinen einleitenden Worten noch gesagt. Doch davon konnte bei den zwei Chiefs keine Rede sein. Smith berichtete, dass seinem Vater, der ebenfalls seit Generationen zu den herausgehobenen Stammesvertretern gehört hatte, vom Staat anstelle seines indigenen, komplexen Namens schlicht die simple Bezeichnung „John Smith“ aufgestülpt worden sei. Sodann ging es um Wirtschaftsinteressen. Jeder, der auf dem Land der First Nations Geschäfte machen wolle, müsse sich mit den Chiefs verständigen und bezahlen. Auch deutsche Unternehmen seien unter dieser Prämisse willkommen. Umwelt – das scheint hier eher eine Preisfrage zu sein.

Abends lud der Ministerpräsident die Delegation zu einem Abschiedsessen in ein wunderschön gelegenes Restaurant mit dem Namen „Teahouse“. Resümierende Bemerkungen des Ministerpräsidenten, der Landtagspräsidentin und einiger Teilnehmer fielen nicht nur, weil es so sein muss, sondern sicher aus echter Überzeugung positiv aus. 

Sechster Tag (Freitag, 05.10.2018): Vancouver – Frankfurt

Ein Unternehmensbesuch stand noch auf dem Programm: MTU Maintenance Canada Ltd., ein Unternehmen, das auch in Hannover vertreten ist, öffnete seine Türen. Triebwerke von Flugzeugen werden bis in das letzte Detail durchleuchtet und Tests unterworfen, welche die Sicherheit der Fluggäste garantieren. Ein lohnender Besuch, auch wenn die Erläuterungen des deutschen Repräsentanten nicht nur sprachlich verwundern mussten: Ein Deutscher spricht zu Deutschen auf Englisch. Das soll wohl irgendeinem Standard bei MTU geschuldet gewesen sein, war zu vernehmen. Oder wusste er gar nicht, zu wem er sprach?


Vancouver entfaltet sich zwischen der Straße von Georgia und den Coast Mountains.


Ein rasches Abschiedsessen am Wasser, wo fortlaufend Wasserflugzeuge starteten und landeten. Der Ministerpräsident hatte einen Flug mit dem Wasserflugzeug zur Regierung von British Columbia auf einem Landstrich vor Vancouver sichtlich genossen. Eine herrliche Landschaft, auch schon vom Boden aus. Zeit, das näher zu betrachten, bot sich indes nicht. Schon wartete das Flugzeug, das die Gruppe heil nach Frankfurt brachte, von wo aus die meisten dann den Weiterflug nach Hannover antraten.

Was haben wir mitgenommen? Menschen können bald gedruckt werden, man setzt künstliche Intelligenz hinzu und baut Chipkarten ein, um dann per App ein fahrerloses Fahrzeug zu rufen und ihn zum gewünschten Ort zu geleiten. Möge dieser Ort Kanada sein, dann kann der Mensch der Zukunft in eine schöne Landschaft blicken und in angenehmer Umgebung über sein Schicksal philosophieren. Und vielleicht über ein paar rechtliche und ethische Regeln nachdenken.

Autor
  • Prof. Dr. Volker Römermann
    Prof. Dr. Römermann ist Vorstand der Römermann Rechtsanwälte AG und als Experte insbesondere im Gesellschaftsrecht, Insolvenzrecht und im Recht der freien Berufe bekannt.
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