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MP Weil zu Gast: Veranstaltung des Bundesverband Deutscher Mittelstand e.V. am 2. April

Künstliche Intelligenz als Herausforderung für die Wirtschaft

Auf Einladung des Bundesverband Deutscher Mittelstand e.V. (BM) waren wir vor einer Woche – parallel zur Hannover Messe – Gastgeber einer Vortragsveranstaltung zum Thema „Künstliche Intelligenz“. Vor rund 150 Unternehmerinnen und Unternehmern sprach dabei auch Ministerpräsident Stephan Weil über die Herausforderungen, die das Thema für die Politik und uns alle mit sich bringt. 

Wir haben es heute bei Software schon immer häufiger mit künstlicher Intelligenz zu tun. Von denkenden Computern und autonomen Robotern wähnen wir uns jedoch immer noch recht weit entfernt. Dennoch beschäftigen sich viele Unternehmer zu Recht mit der Frage, wie Künstliche Intelligenz (KI) die eigene Branche verändern und welche Chancen und Risiken diese mit sich bringen wird. Denn während die einen vor der Ablösung des Menschen durch Maschinen warnen, sehen die anderen Künstliche Intelligenz als Mittel zur Lösung vieler Probleme. Der richtige Zeitpunkt, um das Thema einmal ausführlich aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.



Nach einem entspannten Ankommen und kleinen Imbiss in der Lounge unserer Kanzleiräume in der Ständehausstraße, begann die Veranstaltung im Veranstaltungsraum 180grad mit einer Einführung und Begrüßung durch Veranstalter Dieter F. Kindermann (Vorsitzender des Präsidialen Beirats des BM) vom Versicherungshaus in Stadthagen und Gastgeber sowie Römermann-Vorstand Prof. Dr. Volker Römermann (Senator der Wirtschaft des BM). Zudem gab es ein Grußwort des Präsidenten des Bundesverband Deutscher Mittelstand e.V. Hermann Stamme.

 
 
 
Dieter F. Kindermann (Vorsitzender des Präsidialen Beirats des Bundesverband Deutscher Mittelstand e.V.) eröffnet die Veranstaltung und übergibt das Wort u.a. an Hermann Stamme, Präsident des Bundesverband Deutscher Mittelstand e.V., für ein Grußwort.

Den Start in die Vorträge übernahm der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, der 2018 mit dem Elite-Mittelstandspreis ausgezeichnet worden war. Er teilte in seinem Vortrag seine ganz persönliche Sichtweise auf das Thema Künstliche Intelligenz und begann mit einem Literatur-Hinweis: Er empfahl die Lektüre der Werke des israelischen Historikers Yuval Noah Harari, der u.a. mit seinem Buch „Homo Deus“ für Zukunftsfragen sensibilisiert und veranschaulicht wie „die Verschmelzung von Informationstechnologie und Biotechnologie uns vor die größten Herausforderungen stellt, mit denen die Menschheit je konfrontiert war.“ Es stünden uns große Veränderungen bevor, die eine Vielzahl an ethischen Fragestellungen mit sich brächten. Weil gab dazu einen Einblick in seine Auseinandersetzung mit dem Thema und machte ganz klar, dass es bei dem Thema KI nicht um das Ob, sondern um das Wie geht.

 
 
 
Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil machte deutlich, dass es bei dem Thema Künstliche Intelligenz nicht um das Ob, sondern um das Wie geht.

Danach warf Dr. h. c. oec. Jens Tegeler von der Tegeler Gruppe, Vizepräsident der Union mittelständischer Unternehmen e.V., aus Sicht der Pflege einen Blick auf die Künstliche Intelligenz. Unter dem Titel „Wir werden immer älter, wie gehen wir damit um? Kostendruck – wo bleibt der Mensch?“ stellte er die technischen Entwicklungen in der Pflegebranche und die möglichen Einsatzgebiete von KI neben die demografische Entwicklung und den Fachkräftebedarf im Bereich Pflege. Auch die sogenannten Pflegeroboter, die ja derzeit in aller Munde sind, durften natürlich ebenfalls nicht fehlen.

Mit seinen mehr als 2000 Mitarbeitern in Dienstleistungsbereichen wie u.a. Gebäudemanagement und Betrieb von Pflegeeinrichtungen stellt sich Dr. h. c. oec. Jens Tegeler, geschäftsführender Gesellschafter der Tegeler Gruppe, den Herausforderungen Künstlicher Intelligenz.

Unter dem Titel „Recht aus dem Automaten? – KI in der künftigen Rechtspraxis“ setzte Prof. Dr. Volker Römermann die thematische Auseinandersetzung fort. Auch der Rechtsmarkt steht derzeit vor großen Veränderungen durch Künstliche Intelligenz. Um den Stand der Entwicklung deutlich zu machen, startete Römermann mit dem Blick auf zwei weltberühmte Schachduelle. Das Schachprogramm Deep Blue von IBM besiegte 1997 den Schachweltmeister Garri Kasparow. Damals war jedoch noch keine Künstliche Intelligenz im Einsatz. Am 7. Dezember 2017 gewann dagegen das Computerprogramm AlphaZero von DeepMind (Tochterunternehmen von Alphabet Inc.) gegen Stockfish 8, eines der besten Schachprogramme. Dafür nutzte AlphaZero die neuesten Prinzipien maschinellen Lernens und brachte sich in gerade mal vier Stunden – auf Basis der Regeln – Schach selbst bei, indem es gegen sich selbst spielte.
Aktuell bringen erfolgshonorarbasierte Legal-Tech-Plattformen wie z.B. Myright, die zu den LegalTech-2.0-Technologien gezählt werden, den Rechtsmarkt schon deutlich in Bewegung. Wenn aber erst die 3.0-Technologien marktreif seien, die nicht bloß einzelne Arbeitsschritte oder simple, eng abgegrenzte Rechtsdienstleistungen autonom bewältigen, werde sich das Berufsbild menschlicher Anwälte wohl grundlegend verändern. Eindringlich daher sein flammender Appell sich auf diese Entwicklung auch berufsrechtlich schnellstmöglich vorzubereiten.

 
 
 
Auch der Rechtsmarkt steht derzeit vor großen Veränderungen durch künstliche Intelligenz. Römermann-Vorstand Prof. Dr. Volker Römermann machte u.a. auf die Notwendigkeit aufmerksam auch den rechtlichen Rahmen entsprechend anzupassen.

Im Anschluss begab sich Prof. Dr. Guido Quelle, Geschäftsführender Gesellschafter der Mandat Managementberatung, mehr auf die unternehmerische Metaebene und nahm sich der Fragestellung an, „was künstliche Intelligenz mit Wachstumsintelligenz zu tun hat“. Am Flipchart skizzierte er, warum eine Vision ohne Strategie nicht hinreichend für gesundes Wachstum ist. Denn die Vision gibt der Strategie die Richtung, muss von den Eigentümern des Unternehmens bzw. der Unternehmensführung formuliert sein und sollte vor allem auch nach innen wirken. Und auch das Thema Künstliche Intelligenz könne dabei kein Selbstzweck sein, sondern sollte der Vision, als einem möglichst konkreten Bild einer erstrebenswerten Zukunft, dienen. 

 
 
 
Am Flipchart skizzierte Prof. Dr. Guido Quelle, Geschäftsführender Gesellschafter der Mandat Managementberatung, warum eine Vision ohne Strategie nicht hinreichend für gesundes Wachstum ist.

Nach einer kurzen Fragerunde, die alle Themen und Vorträge noch einmal Revue passieren ließ, fand die runde Veranstaltung einen entspannten Ausklang in der Kanzlei-Lounge. 

Autor
  • Kolja Schwab
    Kolja Schwab ist als Kommunikationsleiter Teil des Social Media-Teams der Römermann Rechtsanwälte AG. Neben der klassischen Kommunikationsarbeit kümmert er sich so darum, dass die Rechtsthemen, die uns hier gerade bewegen und die zahlreichen Aktivitäten in und um die Kanzlei ihren Weg ins Social Web finden.
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