Suche

Bitte mit Enter bestätigen

Verpflegungsmehraufwand bei Dienstreisen

Steuerliche Behandlung von Verpflegungskosten

Er wird Verpflegungspauschbetrag, Verpflegungspauschale oder auch Pauschbetrag für den Verpflegungsmehraufwand genannt. Gemeint ist der Mehraufwand eines Steuerpflichtigen für die Verpflegung bei der Ausübung einer Dienstreise, d.h. wenn er sich außerhalb der eigenen Wohnung und seiner ersten Tätigkeitsstätte befindet. Er variiert von der Dauer aber auch vom Ort. Insbesondere im Ausland kommt es sogar teilweise auf die Stadt an. Vor allem derjenige, der viel reist kann dadurch viele Kosten pauschal geltend machen.

In Deutschland dürfen gem. § 9 Abs. 4a S. 3 EStG Werbungskosten in Höhe von EUR  24,00 geltend machen, wenn der Steuerpflichtige 24 Stunden von seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist, beziehungsweise EUR 12,00 für den An- und Abreisetag, wenn er an diesem, einem anschließenden oder vorhergehenden Tag außerhalb der Wohnung übernachtet. Übernachtet er zwar nicht außerhalb, ist aber länger als 8 Stunden ortsabwesend, so kann er noch EUR 12,00 geltend machen. Begrenzt ist der Pauschbetrag gem. § 9 Abs. 4a S. 5 EStG auf die ersten drei Monate einer längerfristigen beruflichen Tätigkeit an derselben Tätigkeitsstätte, kann ggf. aber neubegonnen werden, wenn es zu einer mindestens vierwöchigen Unterbrechung gekommen ist.

Erhält der Steuerpflichtige Kosten ersetzt – etwa vom Arbeitgeber – ist die Zahlung bis zur Höhe des steuerlich zulässigen Pauschbetrages steuerfrei. Außerdem ist zu berücksichtigen, dass gem. § 9 Abs. 4a S. 8 EStG eine prozentuale Reduzierung des Pauschbetrages erfolgt, wenn eine Mahlzeit zur Verfügung gestellt wird. Bei einem gestellten Frühstück ist die Pauschale um 20 Prozent, bei einem Mittag- oder Abendessen jeweils um 40 Prozent zu kürzen. Ist ein Steuerpflichtiger verreist und bekommt etwa ein Frühstück von einem Dritten gestellt, reduziert sich seine Pauschale von EUR 24,00 um 20 Prozent auf (nur noch) EUR 19,20. 

Für Dienstreisen in das Ausland weichen die Pauschalen ab. Dabei gibt das Bundesfinanzministerium Pauschalen für 180 Länder an. Ist das Land nicht gelistet, ist der Pauschbetrag für Luxemburg anzusetzen, außer, es handelt sich um ein Überseegebiet. Dann ist der Pauschbetrag des Mutterlandes entscheidend. So gelten zum Beispiel für „La Réunion“ nicht die Beträge von Luxemburg, obwohl die Insel nicht gelistet ist, sondern der Pauschbetrag von Frankreich, weil es sich um ein französisches Überseegebiet handelt. 
Bei Reisen ins Ausland ist der Ort entscheidend, der vor 24 Uhr erreicht wird. Schließt sich der Rückreise gleich eine weitere Dienstreise an, gilt die höhere Verpflegungspauschale. Das bedeutet, wenn zum Beispiel ein Steuerpflichtiger aus Straßburg (Frankreich) zurückkehrt und am selben Tag nach Kopenhagen (Dänemark) weiterreist, darf er für den Reisetag die höhere Verpflegungspauschale geltend machen, vorliegend die von Kopenhagen.

Die Tagespauschalen variieren enorm. So beträgt der Pauschbetrag bei einer Abwesenheit von mindestens 24 Stunden in Bosnien und Herzegowina EUR 18,00 und in Norwegen EUR 80,00. Teilweise gelten sogar im selben Land verschiedene Pauschbeträge, so in Indien. Während in Neu-Delhi EUR 38,00 geltend gemacht werden können, sind es in Mumbai EUR 50,00, in Kalkutta EUR 35,00, in Chennai EUR 32,00 und im übrigen Land EUR 32,00. 

Wenn ein Unternehmer also Spesen sparen möchte, sollte er – wenn das Ziel der Dienstreise nicht entscheidend ist – seine Mitarbeiter nach Bosnien und Herzegowina schicken und nicht nach Norwegen.

Autor