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Coldplays Videodreh in Hannover

Und Action!

Für viele war es schon eine Überraschung, dass sich die Weltstars von Coldplay gerade Hannover und das Eisstadion am Pferdeturm als Kulisse für ihr neues Musikvideo auserkoren hatten. Als zukünftige Partner der Hannover Indians waren wir natürlich sehr gespannt und auch froh, gleich bei einer Aktion dieser Größenordnung mit dabei sein zu können. Im Folgenden nun ein kleiner Nachbericht aus Sicht der Statisten.

Bei ihren Videos und beim Artwork setzt die britische Band Coldplay zum aktuellen Album „A Head Full of Dreams“ auf das Außergewöhnliche. Zuerst kam das spektakuläre Video zu „Adventure of a Lifetime“, für das die vier Coldplay-Musiker ihre Bewegungen im sogenannten „Motion-Capturing“ aufzeichnen ließen und als eine Gruppe von Schimpansen in 3D animieren ließen. Für das Nachfolge-Video „Hymn for the Weekend“ reisten die vielfachen Grammy-Gewinner sogar für die Aufnahmen ins indische Mumbai zum Holi-Festival, dem „Fest der Farben“. Für die bisher letzte Singleauskopplung „Up & Up“ arbeiteten sie dagegen im Video mit aufwändig am Computer realisierten surrealistischen Bildern: Die Band selbst als Riesen inmitten von Gebirge oder Wolken, dazu Popcorn-speiende Vulkane und überlebensgroße Schmetterlinge.

Für die Promotion ihrer nunmehr vierten Single aus dem aktuellen Album hatte sich Coldplay also nun erneut eine ganz besondere Location ausgesucht: das Eisstadion am Pferdeturm, in dem auch die Hannover Indians ihre Spiele bestreiten. Der besondere Charme des Eisstadions und die Videos der Indians hatten die Band um Frontmann Chris Martin überzeugt. Gerhard Griebler, der das Stadion gemeinsam mit seiner Frau betreibt, zeigte sich „stolz, mit Chris Martin und seiner Crew zusammenarbeiten zu dürfen.“ Und Indians-Geschäftsführer David Sulkovsky sprach von einer „unglaublichen Sache“, denn zu dem normalen Alltag der Indianer ist nun ein Medienereignis hinzu gekommen, das nicht nur Coldplay-Fans, sondern auch sämtliche regionalen und überregionalen Medien anzog. Nachdem der Dreh bekannt wurde, hatten die Zugriffe auf die Website der Indians zeitweise gar den Web-Server in die Knie gezwungen.

Warteschlange morgens vor dem Eisstadion

Der Morgen des Drehs begann mit einer Schlange der ca. 1.200 Statisten, die für 7 Uhr ans Eisstadion bestellt worden waren und zunächst dem regnerischen Wetter trotzen mussten. Der Kulttempel am Pferdeturm präsentierte sich zu dem Zeitpunkt bereits unüblich verschlossen, denn die Seiten der offenen Eishalle waren mit großen schwarzen Tüchern verhängt worden. Lediglich im nördlichen Teil der Halle waren drei große bunte Mosaik-Fenster zu erkennen, die an klassische Kirchenfenster erinnerten. Was es damit auf sich hatte, wurde aber erst später klar. Zunächst hatte jeder Besucher nach dem Security-Check die ordnungsgemäße Anmeldung nachzuweisen und den „Crowd Filming Release“ für die Bildrechte abzugeben. Danach wurden alle Statisten mit schwarzen T-Shirts von Coldplay ausgestattet, um später ein einheitliches Bild auf den Aufnahmen abzugeben. Mit der Aufschrift des Shirts bestätigte sich unsere Vermutung, dass das neue Video für den Song „Everglow“ vom neuen Album gedacht sei. Die Info über das zu bildende Wunderkerzenmeer hatte es ja ein wenig nahegelegt. Beim Betreten der Eishalle wurden wir dann auch gleich alle mit ausreichend Wunderkerzen für den Dreh ausgestattet. Insgesamt soll es die stattliche Anzahl von 65.000 Wunderkerzen gewesen sein.

Mit dem Blick in die Eishalle klärte sich schnell das Konzept für den Dreh: Die abgedunkelte Halle wurde mit zwei großen „Leucht-Zeppelinen“, die unter der Decke hingen, mit „Tageslicht“ von oben versorgt. Von der Seite fielen wunderschöne bunte Lichtstreifen auf die Eisfläche, die durch die bunten Mosaik-Fenster entstanden, die von außen von riesigen Scheinwerfern angestrahlt wurden. Auf der Eisfläche ergab sich eine beschauliche Szenerie. Sämtliche Spielfeldmarkierungen und Werbung, ob unter dem Eis oder auch anderswo, waren abgedeckt worden. Die Eisfläche präsentierte sich so in strahlendem Weiß. Auf dem Eis waren ca. ein Dutzend winterliche Birken aufgestellt, die von den bunten Lichtstrahlen wunderschön in Szene gesetzt wurden. Zwischen ihnen fuhr ein Eislaufpaar die Choreographie für das Video. Besonders war daran: Der Eiskunstläufer trug einen grünen Ganzkörperanzug, wie er für die Greenscreen-Technik eingesetzt wird. Dieses Verfahren wird in der Film- und Fernsehtechnik häufig eingesetzt, um in den grünen Bereichen andere Inhalte anzuzeigen. So könnte es beispielsweise sein, dass dieser genutzt wird, um den Eiskunstläufer im Video komplett verschwinden zu lassen oder zu ersetzen. Man darf gespannt sein, was Coldplay sich für das Video überlegt hat.

Wir nahmen schnell unseren Platz unter den 1.200 Statisten ein und folgten nun den Anweisungen von Indians-Geschäftsführer David Sulkovsky, der per Mikro die Kommunikation mit den Rängen übernahm und für jeden neuen Dreh aufforderte, Wunderkerzen anzuzünden oder auch nicht. So entstand das von Coldplay gewünschte Wunderkerzenmeer, für das die Indians und ihre Anhänger bekannt sind. Nach und nach wurden alle Takes der Eiskunstläufer aus verschiedenen Perspektiven mit den Statisten unter Dach und Fach gebracht, bis Produktionsleiter und Regisseur zufrieden waren. Nachmittags wurden dann die Dreharbeiten mit Coldplay-Sänger Chris Martin fortgesetzt, allerdings aus Sicherheitsgründen auf Entscheidung des Managements unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Alles in allem war die Statistenrolle bei diesem Videodreh ein toller Vorgeschmack auf unsere zukünftige Zusammenarbeit mit den Hannover Indians im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit am Kanzleistandort Hannover. Die Aktion hat mal wieder bewiesen, dass die Hannover Indians ein ganz außergewöhnlicher Verein sind und die Atmosphäre in dem einzigartigen Eisstadion am Pferdeturm immer einen Besuch wert ist. Nun sind wir aber erstmal gespannt, wie das fertige Video zu „Everglow“ aussehen wird und welche gemeinsamen Aktionen wir mit den Hannover Indians zukünftig auf die Beine stellen werden. Wie heißt es bei den Fans des EC Hannover? –  „Indians – Servus!“.

Schriftzug vor dem Eisstadion: Hannover ist Indianerland

Autoren
  • Cecilia Vaino
    Cecilia Vaino gehört als wissenschaftliche Mitarbeiterin zum SocialMedia-Team der Römermann Rechtsanwälte AG. Sie hat gerade das 1. Juristische Staatsexamen absolviert und berichtet im Römermann-Blog insbesondere über neue Rechtsprechung.
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  • Kolja Schwab
    Kolja Schwab ist als Kommunikationsleiter Teil des Social Media-Teams der Römermann Rechtsanwälte AG. Neben der klassischen Kommunikationsarbeit kümmert er sich so darum, dass die Rechtsthemen, die uns hier gerade bewegen und die zahlreichen Aktivitäten in und um die Kanzlei ihren Weg ins Social Web finden.
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