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Business-Night nach der PechaKucha-Methode

Vielfältig, bunt und kreativ: Networking bei der Business Night

Traditionell an einem Montag ging die Business Night letzte Woche das erste Mal seit der Sommerpause wieder an den Start. Im gut besuchten Face Restaurant an der Goseriede hatten die Rednerinnen und Redner viele spannende Themen wie Facereading, Basketball in Hannover, künstliche Intelligenz und Agilität im Gepäck. Dazu gab es entspannten Soul und R&B in Akustikbesetzung.

Nach einem entspannten Ankommen fanden sich die Gäste im bestuhlten „Partykeller“ des Face Restaurant & Club ein und wurden von Moderator Volker Römermann zunächst mal in die Besonderheiten der Business Night und der PechaKucha-Methode eingeführt. Denn auch bei der mittlerweile 31. Business Night in Hannover sollten die Vorträge natürlich nach der in Tokyo erfundenen klassischen Form mit 20 Charts, die je 20 Sekunden gezeigt werden, über die Bühne gehen.



Es heißt so schön: „Ein Gesicht sagt mehr als 1.000 Worte.“ Aber was kann man wirklich aus Gesichtern lesen? Facereading-Experte Uwe Fendler machte mit seiner PechaKucha in der Rubrik „Connected“ den Anfang. Er gab eine kleine Einführung, wie es möglich ist – basierend auf der chinesischen Formenausdruckslehre – Gesichter zu lesen. Beispielhaft stellte er vor, was ein Kinngrübchen über Menschen aussagt. So deutet dieses z.B. auf Menschen hin, die auch allgemeine Kritik gerne mal persönlich nehmen. Wenn man es also mit „Kinngrübchen-Menschen“ zu tun habe, sollte man Kritik immer sehr gut verpacken. Ob Uwe Fendler selbst ein Kinngrübchen unter seinem Bart verbirgt, wollte er Moderator Römermann auf Nachfrage jedoch nicht verraten.



Danach ging es direkt mit spannenden Einblicken in das „Marketing von morgen“ weiter. Christopher Dübe, Co-Founder und Geschäftsführer der Erason GmbH, machte zunächst deutlich, wie gut die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz (KI) zu den Kernfragen des Marketings passen: Wie sieht meine Zielgruppe aus? Wie sieht mein Kundenstamm aus und wie kann ich ihn vergrößern? Da können in der Tat digitale Fußabdrücke von Konsumenten helfen, um die Kundenansprache stärker auf verschiebene Kundentypen zu individualisieren. Nur die Kreativität mit KI zu ersetzen, da zeigt sich Dübe skeptisch. Es ließe sich aber ein Trend zur Augmented Intelligence feststellen, bei der die menschliche Intelligenz mithilfe von Künstlicher Intelligenz erweitert und unterstützt wird. Für die folgende Fragerunde in der Rubrik „Q&A“ kam Geschäftsführer Niklas Mrutzek mit dazu und konnte dabei auch viele technische Details liefern. Durchaus kritisch waren einige Fragen zum Bereich Datengewinnung.



Dann gab es erstmal ein wenig Zeit die neuen Erkenntnisse etwas sacken zu lassen. Die Brüder Farhang und Kasra Mirzaie sowie Pianist Giuliano Mazzitelli hatten ein Akustikset bekannter Hits vorbereitet und konnten das Publikum direkt mit ihrer unprätentiösen Art und hohen Musikalität für sich gewinnen. 



Entspannt ging es danach weiter mit Volker Nürnberg von Rat-Haus, der eine Lanze für agile Methoden brach. Denn während manche über die „nächste neue Managementmethode“ ächzen, sieht Nürnberg in der Agilität großes Potenzial „Probleme zu lösen, die wir noch gar nicht richtig verstanden haben.“ Dazu stellt er den typischen Unternehmensstrukturen agile Strukturen gegenüber, bei denen nicht die Führungskräfte, sondern die Kompetenzträger selbst entscheiden und sich bei größeren Dimensionen Rat holen. So beschreibt er damit auch den Wandel vom Gehorsam zur Sinnführung, vom Anordnen, Kontrollieren und Sanktionieren zum Zuhören, Beraten und Kooperieren. Er schließt mit einer Antwort des genialen Neurobiologen Gerald Hüther auf die Frage „Was ist Glück?“: „Zugehörigkeit, Verbundenheit, Autonomie und das Gefühl, wachsen zu können ... eigene Leistung, eigene Anstrengung, über sich hinauswachsen.“



Weiter ging es mit Alexander Appel, der Insectus, ein Projekt des gemeinnützigen Vereins enactus Leibniz Universität Hannover e.V. vorstellte. Weltweit sind über 800 Millionen Menschen mangelernährt. Das heißt nicht, dass sie nichts zu essen haben, sondern es fehlen schlichtweg die richtigen und wichtigen Mikronährstoffe. An diesem Punkt setzte Insectus an. Es wurde eine modulare Farm entwickelt, in der die schwarze Soldatenfliege, deren Larven über 40% Protein und wichtige Mikronährstoffe wie Eisen, Magnesium und Calcium enthalten, gezüchtet wird. Mit einem Investment von ca. 2.000 Euro werden so mittlerweile auf der ersten Farm, die in Togo errichtet wurde, bis zu 18 kg Insektenmehl pro Woche produziert. Derzeit arbeitet Insectus nicht nur an weiteren Farmen, z.B. in Uganda, sondern auch einer technischen Optimierung der Farmprozesse unter dem Titel Insectus 4.0.



Damit waren nun genug Themen angestoßen, um zum entspannten Networking überzugehen. Für die ausgiebige Pause hatte das Team des Face Restaurant wieder ein abwechslungsreiches und großzügiges Buffet in den beiden oberen Bereichen vorbereitet.



Nach der Pause ging es dann weiter mit unserer allerersten PechaKucha in der Rubrik „Sports“: Die sportliche Leiterin Dorothea Richter-Horstmann und die Spielerin sowie Kapitänin Birte Thimm der Basketballdamen vom TKH Hannover nutzten die Gelegenheit, einmal ihren Sport und das Team sehr sympathisch vorzustellen. Dazu holten sie auch noch zwei weitere Spielerinnen, die Niederländerin Marleen Peek und die amerikanische Aufbauspielerin Stephanie Gardner mit auf die Bühne. Beide standen mit ihrem Größenunterschied von 22 cm nicht nur dafür, dass in einem Team ganz unterschiedliche Typen gefragt sind, sondern zeigten auch, dass es sehr international zugeht. Wie der Titel „Girls play Basketball? In Hannover?“ vermuten ließ und eine kleine Befragung des Publikums bestätigte, war es vielen bisher nicht bekannt, auf welchem Niveau in Hannover Basketball gespielt wird. Aber auch hierfür hatten die beiden Rednerinnen gleich die richtige Lösung parat: Am kommenden Samstag nämlich, dem 21. September kommen alle zwölf Bundesliga-Teams der 1. Damen Basketball Bundesliga (DBBL) für das Season Opening nach Hannover, u.a. in die Swiss Life Hall. Beste Gelegenheit also, einmal reinzuschnuppern. Als bekennender TKH-Fan freue ich mich auf jeden Fall schon sehr auf den Saisonauftakt und kann es jeder bzw. jedem nur wärmstens empfehlen, mal dabei zu sein. Erhältlich sind die Tickets hier auf Reservix.de oder über Klick auf das Banner.

DBBL Season Opening

Es folgte direkt die Stimmvergabe zur Wahl der besten PechaKucha des Abends bzw. des neuesten Mitglieds der Hall of Fame der Business Night. Nachdem alle Stimmzettel eingesammelt waren und die Auszählung beginnen konnte, betraten Farhang und Kasra Mirzaie sowie Giuliano Mazzitelli nochmal die Bühne, um das Publikum mit Songs wie Stings „Shape of my Heart“ zu unterhalten. Die drei knüpften mit ihrer Einlage nahtlos an das erste Set an und das Publikum quittierte es mit zufriedenem Applaus. Darauf folgte noch die PechaKucha-Karaoke zu den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen, für die überraschenderweise Uwe Fendler ausgelost wurde, der bereits mit einer klassischen PechaKucha auf der Bühne gestanden hatte.



Nachdem sich Moderator Römermann nochmal ausführlich bei allen Rednerinnen und Rednern für ihre Vorträge bedankte, ging es direkt mit dem spannenden Moment der Verkündung des Gewinners des Abends weiter: „Und gewonnen hat ... Alexander Appel.“ Sein Bericht vom Aufbau der Insektenfarm mit Insectus hatte also den meisten Gästen der Business Night gefallen. Appel nutzte die Gelegenheit die beiden Mitstreiter Wiebke Becker und Jan Stumpenhorst mit auf die Bühne zu holen. Danach klang der Abend sehr entspannt aus. Weiter geht es dann mit der Business Night am 18. November.



Weitere Fotos sind unter www.business-night.com/fotos/ veröffentlicht.
Fotos: Emine Akbaba

Autor
  • Kolja Schwab
    Kolja Schwab ist als Kommunikationsleiter Teil des Social Media-Teams der Römermann Rechtsanwälte AG. Neben der klassischen Kommunikationsarbeit kümmert er sich so darum, dass die Rechtsthemen, die uns hier gerade bewegen und die zahlreichen Aktivitäten in und um die Kanzlei ihren Weg ins Social Web finden.
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