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Volker Römermann

Kanzleifinanzierung - Zur Kasse, bitte! (Interview durch Monika Spiekermann)

Erschienen in: NJW (Neue Juristische Wochenschrift), 2016, 37, 12-13, Verlag: Verlag C.H.BECK oHG

In dem Interview mit Prof Dr. Volker Römermann geht es um einen in der Fachpresse erschienenen Beitrag über eine internationale Wirtschaftskanzlei, die ihre Partner zu einer Geldzahlung aufforderte.

Eine solche Finanzspritze kann aus unterschiedlichen Gründen erfolgen. Dabei muss sich die Kanzlei nicht zwangsläufig in finanziellen Schwierigkeiten befinden, sondern kann das Kapital vielmehr aus Expansionsgründen benötigen.

Prof Dr. Volker Römermann erklärt, dass eine solche Einzahlung durchaus möglich, allerdings praktisch schwer durchsetzbar ist. Fraglich ist vor allem, ob in großen Sozietäten solche Entscheidungen eines Mehrheitsbeschlusses oder der Zustimmung jedes einzelnen Partners bedürfen.

Grundsätzlich stehen Anwälten unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung, die durch das anwaltliche Berufsrecht beschränkt werden.

Die herrschende Meinung geht von einem Fremdkapitalverbot aus, d.h. außer den sozietätsfähigen Berufen darf niemand Anteile an der Kanzlei halten. Es ist jedoch an der Zeit dieses Verbot behutsam aufzulockern, wie dies auch die Entscheidung des BVerfG Urteil vom 12.1.2016 zeigt, welche § 59 a Abs 1 S 1 BRAO als partiell verfassungswidrig ansah und Partnerschaftsgesellschaften von Rechtsanwälten mit Ärzten und Apothekern für zulässig erklärte.